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SEAT Arona 1.0 TSI (110 PS) Xperience im Test

Blauer Seat Arona 110 SUV in heller Ausstellungshalle mit großen Fenstern und Stadtblick im Hintergrund.

Im B-SUV-Segment sind in den letzten Jahren die Angebote geradezu explosionsartig gewachsen – die Gründe dafür sind hinlänglich bekannt. Angesichts dieser Offensive hat SEAT den Arona überarbeitet: ein Modell, das 2017 auf den Markt kam und heute in Portugal zu den dienstälteren Vertretern eines der dort meistverkauften Segmente zählt.

Der Eingriff fällt nicht radikal aus, kann aber genau die Details liefern, die bei der Wahl des nächsten SUV den Ausschlag geben.

Gefahren sind wir den 1.0 TSI mit 110 PS – die im Markt besonders gefragte Ausführung – kombiniert mit der Ausstattungslinie Xperience. Ob der Arona damit weiterhin das Zeug hat, zu den Bestsellern im Segment zu gehören, klären die nächsten Abschnitte.

Mehr verändert, als es wirkt

Bei der von uns getesteten Xperience-Variante sind die Unterschiede zum Arona vor dem Facelift am deutlichsten zu erkennen. Das Auftreten ist insgesamt kräftiger und „abenteuerlicher“ – besonders auffällig sind dabei die Nebelscheinwerfer, die unterhalb der Hauptscheinwerfer sitzen. Genau dieses Detail gehört zu den Neuerungen des Arona Modelljahr 2022.

Das lässt den SEAT Arona insgesamt etwas frischer wirken. Wirklich groß sind die Veränderungen allerdings im Innenraum: Das Armaturenbrett wurde komplett neu gestaltet, wobei vor allem Ergonomie und die einfache Bedienung zu den zentralen Pluspunkten zählen.

Anmutung und Solidität des Innenraums bewegen sich weiterhin auf dem Niveau, das der Arona bereits zuvor geboten hat. Bei den Materialien gab es zugleich eine spürbare Aufwertung – sie wirken angenehmer und fühlen sich auch besser an.

Unverändert bleiben zudem die Maße beim Platzangebot. Auch wenn der Arona hier keine Klassenbestmarke setzt – in diesem Punkt machen es die „Cousins“ Škoda Kamiq und Volkswagen T-Cross noch besser – enttäuscht er nicht: Für die Anforderungen einer jungen Familie stellt er mehr als ausreichend Raum bereit.

Kleiner Motor, aber ausreichend

Optisch wurde der Arona so weit nachgeschärft, dass man ihn nicht mit dem Vorgänger verwechselt – beim Fahrverhalten hingegen hat SEAT nichts Grundsätzliches verändert. Und das ist eine gute Nachricht: Der SEAT Arona bleibt einer der interessantesten B-SUV, wenn es ums Fahren geht.

Mit einer im B-SUV-Umfeld ungewöhnlich niedrigen Sitzposition (wer lieber „eine Etage höher“ sitzt, ist etwa mit Renault Captur oder Toyota Yaris Cross besser bedient) vermittelt der Arona eine angenehm direkte Nähe zur Straße.

Nein, so verspielt-interaktiv wie ein Ford Puma ist er nicht – aber sobald Kurven anstehen, liefert der Arona überzeugend ab. Die Reifen mit niedrigerem Profil treffen einen guten Mittelweg aus Komfort und Fahrverhalten und sorgen vor allem für hohe Haftung sowie sichere, gut nachvollziehbare Reaktionen.

Die Lenkung arbeitet präzise und direkt. Dazu kommt: Die im Vergleich zu einigen Rivalen geringere Bauhöhe bringt eine Agilität mit, die den Arona stellenweise tatsächlich … unterhaltsam macht. Und selbst wenn man seine „lateinische Ader“ nicht ausreizen will, überzeugt er mit Stabilität und Berechenbarkeit – er fährt Kurven sauber und souverän.

Beim Thema Reifen gibt es allerdings einen Haken: Auf gröberem Asphalt nimmt das Abrollgeräusch spürbar zu.

Der Antrieb – der 1.0 TSI in der 110-PS-Version, hier gekoppelt an das bekannte Siebengang-DSG – passt sehr gut zum Arona. Natürlich wird aus dem spanischen SUV dadurch kein Sportler, und gegenüber der Variante vor dem Facelift fehlen sogar 5 PS. Trotzdem hatte ich in den Tagen am Steuer nie das Gefühl, dass „Leistung fehlt“ – weder in der Stadt noch auf der Autobahn.

Die 110 PS und 200 Nm des 1.0 TSI stehen verlässlich zur Verfügung. Das reicht sowohl für sichere Überholmanöver als auch für gute Reisetempi auf der Autobahn – selbst dann, wenn der Arona mit Passagieren und Gepäck voll beladen ist.

Zur Auswahl stehen die üblichen Fahrmodi, mit denen sich Motor- und Lenkungsansprache variieren lassen. „Eco“ eignet sich am besten für lange Autobahnstrecken mit konstantem Tempo (weil möglichst früh der höchste Gang gewählt wird und so der Verbrauch sinkt). „Sport“ ist die passende Wahl für kurvige Passagen.

„Normal“ dürfte am Ende der Modus sein, den die meisten im Alltag nutzen: Er hält den Arona effizient, ohne ihn so auffällig „träge“ wirken zu lassen, wie es im Eco-Modus passieren kann.

Beim Verbrauch ergab sich nach einer Woche mit dem spanischen Modell ein Bordcomputer-Mittelwert von 6,2 l/100 km – erreicht auf Strecken, die Autobahn und Landstraße ebenso umfassten wie zwei lange Stunden Stop-and-go auf der Nord-Süd-Achse.

Interessanterweise hat genau diese Verkehrssituation die Stärken des DSG besonders klar gezeigt: Im Stadtverkehr agiert es angenehm weich, und sobald man den Motor „ausdrehen“ will, wechselt es die Gänge schnell. Ebenfalls erwähnenswert ist der Ausbau der Assistenzsysteme, die vor allem lange Autobahnetappen spürbar erleichtern.

Ist das das richtige Auto für Sie?

Als „Veteran“ im B-SUV-Segment nutzt der SEAT Arona das Facelift, um seine Argumente zu schärfen – und tatsächlich gelingt dieser Schritt der spanischen Marke.

Auch wenn er nicht das Platzangebot mancher – teils auch körperlich größerer – Alternativen liefert, punktet der SEAT Arona mit seiner Agilität. Damit ist er eine besonders interessante Option für alle, die gern fahren und zugleich ein modernes Infotainment-System wollen – hier gehört er weiterhin zu den Besten im Segment.

Dazu kommen seine Wendigkeit und die im Vergleich zu einigen Konkurrenten etwas kompakteren Abmessungen: Das macht ihn gerade für den Stadtbetrieb besonders passend – also genau für das Umfeld, in dem SUVs dieser Klasse die meiste Zeit unterwegs sind.

Und auch wenn viele Rivalen inzwischen nachgelegt und modernisiert haben, bringt der SEAT Arona nach wie vor sehr starke Argumente mit.

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