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Mercedes-Benz EQS: neues elektrisches Luxus-Flaggschiff für Portugal

Silberner Mercedes EQS Elektroauto in einem modernen Showroom mit großen Fenstern und Marmorboden.

Der Mercedes-Benz EQS ist das neue elektrische Aushängeschild der Marke aus Stuttgart und wurde in Portugal bereits vorgestellt – noch bevor er im Oktober offiziell in den Handel kommt.

Mercedes-Benz positioniert ihn als erstes elektrisches Luxusautomobil und betont, dass der EQS als erstes Modell der EQ-Submarke von Beginn an konsequent als Elektroauto entwickelt wurde. Zur Einordnung: Sowohl der EQC als auch der EQA basieren auf Plattformen, die nachträglich für elektrische Antriebe angepasst wurden.

Die Silhouette war erstmals 2019 auf der IAA in Frankfurt zu sehen, damals noch als Studie (Vision EQS). In der Serienversion zeigt sich der EQS mit fliessenden Linien, modellierten Flächen, weichen Übergängen sowie kurzen Überhängen vorn und hinten.

Mit 5126 mm Länge liegt der EQS genau zwischen der „normalen“ Mercedes-Benz S-Klasse (5179 mm) und der S-Klasse Lang (5289 mm). Und ja: In echt wirkt diese Präsenz nochmals deutlich stärker.

Das aerodynamischste Serienauto am Markt…

Vorn prägen ein durchgehendes Leuchtband, das die Scheinwerfer verbindet, und der Verzicht auf einen klassischen Kühlergrill den Auftritt. In der Seitenansicht fällt vor allem die sehr glatte, nahezu faltenfreie Form auf – mit klarem Fokus auf Effizienz. Mit einem Cx-Wert von nur 0,20 ist er aktuell das aerodynamischste Serienmodell; Tesla nennt für den Model S Plaid 0,208.

Wie akribisch Mercedes-Benz bei der Entwicklung vorgegangen ist, zeigt ein Detail besonders: Allein bis zur finalen Form der Aussenspiegel vergingen 300 Stunden Arbeit im Windkanal.

Geräumiger als eine S-Klasse

Die Räder stehen weit aussen an den Fahrzeugenden. Das wirkt sich nicht nur positiv auf die Proportionen aus, sondern schafft auch mehr Platz im Innenraum und im Gepäckabteil. Der Kofferraum fasst 610 Liter und lässt sich bei umgeklappten Rücksitzen auf 1770 Liter erweitern.

Hinten zahlt sich die reine Elektro-Plattform (EVA) zusätzlich aus: Es gibt keinen Mitteltunnel, was gerade dem Passagier auf dem mittleren Sitz spürbar zugutekommt. Entsprechend grosszügig fällt das Raumgefühl aus – sogar grösser als in der S-Klasse –, selbst wenn der Vordersitz fast komplett nach hinten geschoben ist.

Genau das hat mich am Interieur des EQS besonders beeindruckt: Verarbeitung und Anmutung bewegen sich auf dem Niveau, das man auch in der neuen Mercedes-Benz S-Klasse vorfindet.

MBUX Hyperscreen zieht alle Blicke auf sich

Richtig deutlich wird der Technologiesprung, sobald man mit dem MBUX Hyperscreen arbeitet. Schnell entsteht der Eindruck, dass der EQS die übrigen Luxusangebote mit Stern in dieser Disziplin „entwaffnet“ – schliesslich handelt es sich um eine durchgehende Glasfläche mit 141 cm Breite, in der drei OLED-Displays untergebracht sind.

Bei diesem ersten (sehr kurzen!) Kontakt fiel mir vor allem eine MBUX-Funktion auf: Es lässt sich ein Bluetooth-Kopfhörer mit dem Fahrzeug koppeln, sodass ein Mitfahrer etwas komplett anderes hören kann als das, was gerade über die Lautsprecheranlage läuft.

Ebenfalls bemerkenswert ist die Lösung für die Türen: Sie lassen sich über den zentralen Bildschirm automatisch öffnen. Sobald man am Steuer Platz nimmt und das Bremspedal drückt, schliesst die Fahrertür ebenfalls automatisch.

Wie wird die Modellpalette aufgebaut?

Zum Marktstart in Portugal im Oktober wird der EQS in zwei Varianten angeboten: 450+ und 580 4MATIC+. Für später sind eine noch leistungsstärkere Sportversion mit AMG-Handschrift sowie eine besonders luxuriöse Ausführung mit Maybach-Signatur vorgesehen.

Der 450+ verfügt über einen hinten montierten Elektromotor mit 245 kW (333 cv) und 568 Nm maximalem Drehmoment. Damit sprintet er in 6,2s von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h.

Der 580 4MATIC+ arbeitet mit zwei Elektromotoren (je einer pro Achse für Allradantrieb). Zusammen liefern sie 385 kW (523 cv) und 855 Nm maximales Drehmoment. In dieser Version gelingt der Spurt von 0 auf 100 km/h in 4,3s; die Höchstgeschwindigkeit bleibt ebenfalls auf 210 km/h begrenzt.

Unabhängig von der Ausführung kommt das Batteriepaket auf 107,8 kWh. Die kombinierte Reichweite (WLTP) beträgt beim 450+ 785 km und beim 580 4MATIC+ 685 km.

Ein Jahr kostenlos laden

Wer einen Mercedes-EQS kauft, erhält ein Jahr lang unbegrenzten Zugang zu Ladevorgängen im IONITY-Netz.

An Wechselstrom unterstützt der EQS bis zu 22 kW. Damit lässt sich die Batterie in fünf Stunden vollständig laden; bei Ladevorgängen mit maximal 11 kW erhöht sich die Zeit auf 10 Stunden.

An Gleichstrom sind bis zu 200 kW möglich – so kann eine Ladung von 0 auf 80% in nur 31 Minuten erfolgen.

Und der Preis?

Als Richtwert werden für den 450+ 120 000 euros genannt, für den 580 4MATIC+ 146 000. Allerdings bringt nur der 580 4MATIC+ den MBUX Hyperscreen serienmässig mit; beim 450+ ist er ein kostenpflichtiges Extra, dessen Preis bei rund 8000 euros liegt.

Ebenfalls optional – bei beiden Versionen – ist der grössere Lenkwinkel (10º) der Hinterachslenkung. Serienmässig verfügen alle Fahrzeuge über lediglich 4,5º.

Wer die 10º (maximal verfügbar) nutzen möchte, kann dies ab Werk für rund 1300 euros bestellen; dann bleibt die Funktion dauerhaft im Fahrzeug. Alternativ lässt sich die Hinterachslenkung über den Mercedes-Online-Diensteshop im Infotainmentsystem auch abonnieren – für 489 euros pro Jahr.

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