Neue Achtgang-Automatik GM 8L90 in der Corvette Stingray
Der Trend in der Branche ist klar: immer niedrigere Emissionen bei gleichzeitig mehr Leistung. In diesem Zug ersetzt Chevy in der Stingray (und auch in den schweren V8-Pick-ups) die bisherige Sechsgang-Automatik durch eine neue Achtgang-Automatik.
Anders als viele Hersteller, die eine ZF-Getriebehardware einkaufen und lediglich eine eigene Schaltstrategie darüberlegen, hat GM diese Einheit selbst konstruiert und gebaut. Intern läuft sie unter dem Codenamen GM 8L90 – und sie ist sauber gemacht: Trotz zwei zusätzlicher Gänge ist das neue Getriebe um mehrere Kilogramm leichter als der Vorgänger.
Schaltzeiten und Mehrleistung
„Aber ich wette, an die Schaltzeiten der besten Doppelkupplungsgetriebe kommt es nicht ran …“
Wetten kann man natürlich – nur liegt man damit fast immer daneben. Als Messlatte diente das PDK aus dem Porsche 911. Die GM-Automatik erreicht nicht nur dessen Wechselzeiten, in einigen Fällen ist sie sogar schneller.
Dazu kommt ein weiterer Effekt: Die Zeit von 0–60 mph (0–97 km/h) sowie die über die Viertelmeile (402 m) sinken jeweils noch einmal um ein Zehntel.
Fahrgefühl und Logik beim Schalten
„Klingt beeindruckend – wie fährt sich das?“
Die GM-Ingenieure haben hier sichtbar Hausaufgaben gemacht. Du kannst die Gänge zwar selbst über die Schaltwippen anwählen; lässt du das Getriebe jedoch einfach in D und aktivierst das clevere Performance Traction Management (PTM), wählt es je nach Situation sehr treffsicher eigenständig hoch oder runter.
Auf dem Milford Proving Ground von GM – einer Asphalt-Zusammenstellung besonders fieser Kurven „aus aller Welt“, inklusive einer Passage, die sie „Toilet Bowl“ nennen – wurde schnell klar: Die Achtgang-Automatik macht ein ohnehin sehr gutes Auto noch besser. Sie nimmt dir Arbeit ab, sodass du dich stärker auf die Strecke konzentrieren kannst und das ausgezeichnete Handling der TG-prämierten Stingray noch mehr geniesst.
Ein weiterer Kniff zeigt seinen Wert besonders auf der Rennstrecke: Ziehst du vor einer Kurve die Wippe zum Herunterschalten und hältst sie, springt das Auto automatisch in den niedrigsten Gang, den die Elektronik für vertretbar hält. Das klingt unspektakulär, ist aber beim Kennenlernen eines neuen Kurses Gold wert. Du kommst an, bremst, ziehst den Hebel, zielst auf den Scheitelpunkt – und gehst anschliessend wieder ans Gas.
Im Alltag auf der Straße
„Und wie ist es auf der Straße?“
Sehr unauffällig – im besten Sinn. Es wirkt praktisch nie so, als wäre es einen Gang zu hoch oder zu niedrig, und beim Durchtreten kommt die Reaktion sofort.
Genauso wichtig: Dieses Getriebe zeigt nicht das typische Ruckeln mancher Doppelkupplungsgetriebe beim Losfahren an Kreuzungen. Dadurch lässt sich das Einfädeln in den Verkehr exakt timen.
Vergleich zum Siebengang-Schaltgetriebe
„Also besser als das Siebengang-Schaltgetriebe?“
Für den Alltag sowie für Trackdays: ja. Gleichzeitig wäre es völlig nachvollziehbar, sich dennoch für den Handschalter zu entscheiden. Er ist zwar kein überragender Schaltkünstler, bietet dir aber jene vollständige Kontrolle, die keine Automatik liefern kann.
Verfügbarkeit
„Wann kann ich sie kaufen?“
Die Achtgang-Automatik wird bei allen Corvette Stingray des Modelljahrs 2015 verbaut, sofern sie mit Automatik bestellt werden. Dieselbe Einheit – ergänzt um ein paar zusätzliche Kühler – wird ausserdem in der neuen Z06 erhältlich sein, die später in diesem Jahr debütiert. Wir können es kaum erwarten.
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