So attraktiv der Porsche Panamera Sport Turismo auch wirkt: Sein Design ist hier nicht die ganze Geschichte. Der eigentliche Star ist der neue Plug-in-Hybrid-Antriebsstrang, den die gestreckte, elegante Silhouette kaschiert. Wenn man den kursierenden Gerüchten Glauben schenkt, könnte in ein paar Jahren tatsächlich eine Serienversion entstehen – bis dahin sollte diese Möglichkeit Ihre Kaufentscheidung jedoch nicht beeinflussen.
Design und Idee des Porsche Panamera Sport Turismo
Dass der Sport Turismo als Konzeptfahrzeug auffällt, liegt nicht nur an der Form. Porsche nutzt die Studie vor allem, um zu zeigen, welche Technik sich unter dem Blech verstecken kann – und genau dort liegt der entscheidende Fortschritt.
Neuer e-hybrid Plug-in-Antrieb: Technik-Upgrade
Der sogenannte e-hybrid-Antrieb, wie Porsche ihn nennt, wird deutlich früher auf den Markt kommen. Im Kern handelt es sich um eine umfassende Weiterentwicklung des bisherigen Porsche-Parallelhybrids, der bereits im aktuellen Panamera und Cayenne steckt. Der e-hybrid ersetzt dabei den bisherigen Nickel-Hydrid-Akku durch eine deutlich munterere Lithium-Ionen-Batterie.
Lithium-Ionen-Batterie, Speicher und Reichweite
Die Li-Ion-Batterie ist nahezu genauso gross wie die eher behäbige Ni-Hy-Zelle, kann jedoch wesentlich mehr Energie speichern. Genau das bringt die typischen Hybrid-Vorteile in grösserem Umfang: spürbar besserer Antritt, mehr elektrische Reichweite und ein höheres Tempo, ohne dass dafür zwingend der 333bhp starke, 3.0-litre grosse V6-Kompressor-Benziner geweckt werden muss – ein Aggregat, das aus dem bisherigen System übernommen wurde.
Elektromotor und Fahrleistungen
Neben der Möglichkeit, das Auto an das Stromnetz zu hängen, ist vor allem der Elektromotor neu: Er liefert nun ungefähr die doppelte Leistung gegenüber dem heutigen E-Aggregat, nämlich 95bhp. Damit steigt die maximale Systemleistung auf 416bhp. Rein elektrisch sind – sofern man das Fahrpedal besonders feinfühlig behandelt – über 81mph (rund 130 km/h) möglich. Auch die elektrische Maximalreichweite wächst (nicht bei 81mph, wohlgemerkt) auf etwa 18 miles (knapp 29 km). Der Benzinverbrauch wird mit 81mpg angegeben.
Bedienlogik, Laden und Zusammenspiel im Alltag
Steigt man einfach ein und fährt los, versucht das System standardmässig, so viel wie möglich rein elektrisch zu fahren. Das lässt sich entweder grob durch kräftiges Durchtreten des Gaspedals überstimmen oder eleganter per Taste am Lenkrad. So kann man auf der Autobahn den Akku während zügiger Fahrt auffüllen und anschliessend in der Stadt nahezu lautlos elektrisch dahingleiten. Das Laden an einer AC-Steckdose dauert zweieinhalb Stunden.
Fahreindruck im Sport Turismo
Im Sport Turismo funktionierte das Zusammenspiel tadellos: Der Verbrenner schaltete sich genau dann zu, wenn es sinnvoll war, und war sofort wieder präsent, sobald man ihn anforderte. Gleichzeitig zeigte der Wagen bei kurzen, eindrucksvollen Zwischenspurts auf einem ruhigen Abschnitt des Sunset Boulevard – begleitet von einem Polizeieskorte –, dass er weiterhin eindeutig ein Porsche ist. Die Zeit von 0-62mph wird mit etwa sechs Sekunden angegeben, subjektiv wirkt es jedoch schneller.
In einem Serien-Panamera dürfte sich dieses Erlebnis vermutlich weniger spektakulär anfühlen, dennoch wäre es ein klarer Schritt nach vorn gegenüber dem aktuellen Modell. Schade ist, dass Porsche beim Styling nicht in ähnlicher Konsequenz nachlegt – doch seit der Panamera Sport Turismo erstmals öffentlich aufgetaucht ist, besteht Hoffnung, dass sich auch das Design bald spürbar zum Besseren verändert.
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