In den letzten Wochen haben wir einen sprunghaften Anstieg der Kraftstoffpreise erlebt, ausgelöst durch den Konflikt im Iran. Seit dem 6. März ist der Preis für normalen Diesel bereits um mehr als 40 Cent pro Liter gestiegen, der für normales Benzin um mehr als 20 Cent pro Liter.
Diese Serie an Erhöhungen bringt viele Fahrerinnen und Fahrer ins Grübeln: Lohnt sich ein Auto mit Verbrennungsmotor überhaupt noch? Oder ist jetzt der richtige Moment, auf ein Elektroauto umzusteigen und beim „Tanken“ zu sparen?
In dieser Folge von Auto Radio, einem Podcast von Razão Automóvel mit Unterstützung von PiscaPisca.pt, wollten wir diese Fragen mit konkreten Zahlen beantworten. Dafür haben wir zwei realistische Alternativen direkt miteinander verglichen: einen gebrauchten Benziner für rund 5000 Euro und ein gebrauchtes Elektroauto für unter 10.000 Euro. Das Ergebnis kann Sie überraschen.
Und was ist mit Diesel? Den haben wir dieses Mal bewusst nicht mitgerechnet. Nicht, weil es am Angebot fehlen würde, sondern weil der Dieselpreis so stark gestiegen ist - er liegt inzwischen über dem Benzinpreis -, dass eines der wichtigsten Argumente praktisch wegfällt: die Kosten pro Kilometer.
Zwei Optionen, zwei völlig unterschiedliche Welten
Für 5000 Euro gibt es auf dem Gebrauchtwagenmarkt weiterhin eine Menge Auswahl. Die Beispiele, die wir bei Auto Radio genannt haben, liegen vor allem bei Kleinwagen und Kompaktfahrzeugen - solide, zuverlässig und für den Alltag absolut tauglich.
Die einfache Technik, die uneingeschränkte Nutzungsfreiheit und vor allem der niedrigere Einstiegspreis bleiben starke Argumente. Gleichzeitig sind die Kraftstoffkosten, wie wir gerade sehen, immer schwerer vorherzusagen.
Auf der anderen Seite der Rechnung stehen gebrauchte Elektroautos: Für unter 10.000 Euro werden die Optionen zunehmend zahlreicher. Die Reichweiten sind zwar eher begrenzt, und die von uns erwähnten Modelle ergeben oft mehr Sinn als Zweitwagen. Wenn Ihre tägliche Routine aber hauptsächlich aus kurzen, städtischen Strecken besteht, kann ein gebrauchtes Elektroauto trotz höherem Kaufpreis am Ende die bessere Lösung fürs Portemonnaie sein.
Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage: Sind gebrauchte Verbrenner wirklich die rationalste Wahl - oder einfach nur die naheliegendste? In dieser Auto-Radio-Folge haben wir den Taschenrechner gezückt und nachgerechnet.
Die Rechnung, die alles verändern kann
Der Kostenunterschied pro Kilometer zwischen beiden Varianten kann deutlich ausfallen. Wir haben bei den gebrauchten Benzinern mit einem Verbrauch von 5,5 l/100 km gerechnet (realistisch bei einem Kleinwagen/Kompaktmodell) und bei den gebrauchten Elektroautos mit 18 kWh/100 km. Die Abstände sind klar.
Bei einem Benzinpreis von 1,95 €/l kostet dieser Kleinwagen oder Kompaktwagen damit 10,73 Euro pro 100 km. Bei Elektroautos wird es dagegen schnell komplexer: Können Sie zu Hause laden oder sind Sie auf öffentliche Ladesäulen angewiesen? Die Unterschiede sind groß - ebenso wie das Sparpotenzial im Vergleich zum Benziner.
Wir nehmen hier nicht alle Zahlen vorweg - die können Sie in Auto Radio sehen und hören. Entscheidend ist: Der Break-even zwischen beiden Fahrzeugen, also ab wie vielen Kilometern sich der Kauf eines teureren Elektroautos gegenüber einem günstigeren Benziner rechnet, hängt massiv davon ab, ob Laden zu Hause möglich ist oder ob öffentlich geladen werden muss. Genau dieses Detail kann den Unterschied zwischen einer guten und einer schlechten finanziellen Entscheidung ausmachen.
Dazu kommen weitere Posten, die in die Rechnung gehören. Wartung bei einem Benziner unterscheidet sich von der beim Elektroauto - sowohl bei den Intervallen als auch bei den Kosten. Bei einem gebrauchten Elektroauto ist der Gesundheitszustand der Batterie wichtiger als die Gesamtlaufleistung, weil er die Kosten spürbar beeinflussen kann. Und die IUC (Fahrzeugsteuer)? Elektroautos zahlen weiterhin … null.
Wir haben mehrere Antworten parat, aber unterm Strich bleiben nach allen Berechnungen nur zwei sichere Erkenntnisse: Nicht immer ist das günstigere Auto auch das günstigere im Betrieb - und bei Kraftstoffpreisen auf dem aktuellen Niveau ist Rechnen keine Option mehr, sondern Pflicht.
Nächste Woche wieder Auto Radio
Es gibt also genug Gründe, die neueste Folge von Auto Radio anzusehen bzw. anzuhören. Nächste Woche ist der Podcast auf den gewohnten Plattformen wieder da: YouTube, Apple Podcasts und Spotify.
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