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Lotus Eletre: Der erste vollelektrische SUV von Lotus

Grünes Elektroauto SsangYong Eletre EV in modernem Showroom mit reflektierendem Boden und großen Fenstern.

Lotus hat den Eletre nun offiziell vorgestellt: den ersten komplett elektrischen SUV der Marke. Nach zahlreichen Teasern (lange unter dem Codenamen Type 132) und mehreren Erlkönigfotos ist das Warten vorbei.

Anders lässt es sich kaum sagen: Das ist sehr wahrscheinlich der bislang wichtigste Lotus überhaupt.

Denn der Eletre markiert nicht nur den Kurs in Richtung einer vollständig elektrischen Zukunft, sondern ist zugleich das erste Lotus-Modell mit echtem Volumenanspruch – und eben auch das erste SUV der Briten.

Gebaut wird er vollständig in China, in Wuhan, wo Lotus Technology seinen Sitz hat. Lotus nennt eine Reichweite von über 600 km nach WLTP, kombiniert mit umfangreicher Technik und einem Auftritt, der kaum jemanden kaltlassen dürfte.

Eleganz und Sportlichkeit

Vergessen Sie die Lotus, die Sie bisher kannten. Der Eletre bricht mit vielen Traditionen: Das Exterieur wirkt deutlich expressiver, steht sehr breit auf der Straße und zeigt eine Präsenz, die man in dieser Form von Lotus bislang nicht gewohnt war.

Vorn fallen sofort die hoch platzierten Tagfahrleuchten mit sehr schmaler Signatur ins Auge. Die Hauptscheinwerfer sitzen darunter und sind in einen sehr breiten Lufteinlass eingebettet, der die horizontale Optik zusätzlich betont. Noch weiter unten arbeitet ein großer aktiver Kühlergrill, der sich je nach Kühlbedarf öffnet und schließt.

Auf der Motorhaube sitzen zwei Luftauslässe, die der Aerodynamik dienen – ähnlich wie bei den Sportwagen Evija und Emira. Das unterstreicht den dynamischen Anspruch des Eletre, der auf einer speziell für 100 % elektrische Fahrzeuge entwickelten Plattform steht.

In der Seitenansicht prägen nicht nur die stattlichen Außenmaße den Eindruck. Neben der Länge von 5103 mm fällt die sehr hoch gezogene Schulterlinie auf. Um die Daten direkt abzuhaken: Der Eletre ist 2231 mm breit (inklusive Außenspiegel; 2135 mm mit virtuellen Außenspiegeln) und 1630 mm hoch.

Damit liegt er bei den Abmessungen praktisch auf dem Niveau eines Lamborghini Urus. Da der Eletre jedoch ausschließlich elektrisch fährt, dürfte der naheliegendste Gegner zunächst eher der Tesla Model X sein.

Für eine bessere Aerodynamik setzt Lotus auf versenkte Türgriffe; auch hinter den vorderen Radhäusern sitzt ein Luftauslass. Die C-Säule trägt ein futuristisches Design, das den SUV nicht nur klar von der Konkurrenz abgrenzt, sondern seine optische Präsenz zusätzlich verstärkt.

Einen großen Beitrag leisten auch die mächtigen 23″-Felgen (Serie sind 22″), die die Radhäuser vollständig ausfüllen. Dazu kommt eine schwarze Umrandung, die die beiden Stoßfänger sowie die Seitenschweller optisch miteinander verbindet.

Am Heck dominiert fast vollständig das horizontale Leuchtenband, das sich über die gesamte Fahrzeugbreite zieht. Ebenfalls auffällig: ein sehr aufwendig gestalteter Stoßfänger mit klarer aerodynamischer Funktion sowie ein aktiver Spoiler (unterhalb der Heckscheibe) mit drei unterschiedlichen Positionen.

Der digitalste Lotus aller Zeiten

Im Innenraum zeigt sich ohne jeden Zweifel: Das ist der bisher digitalste Lotus. Das Cockpit ist von futuristischen Linien geprägt – und von einem großen Zentraldisplay im Stil eines Tesla Model Y (und Model 3) mit 15,1″.

Dieser Bildschirm ist der klare Mittelpunkt im Eletre. Ergänzt wird er durch ein kleines, extrem minimalistisches digitales Kombiinstrument: Es ist lediglich 3 cm hoch und zeigt nur die wichtigsten Informationen für den Fahrer.

Bei den Fahrerassistenzsystemen ist der Eletre auf dem neuesten Stand. Genannt werden unter anderem adaptiver Cruise Control, Verkehrszeichenerkennung, Spurwechselassistent und Spurhalteassistent. Dazu kommen 5G-Konnektivität sowie die Möglichkeit, Software-Updates aus der Ferne per OTA-Technologie (over-the-air) aufzuspielen.

Vier oder fünf Sitzplätze

Dank eines Radstands von 3019 mm fällt der Innenraum groß und luftig aus. Käufer können zwischen zwei Layouts wählen: vier Sitze (2+2) mit Einzelsitzen oder fünf Sitze (2+3).

Unabhängig von der Konfiguration gehört ein Panorama-Glasdach immer zur Ausstattung. Es verstärkt das Raumgefühl im Innenraum zusätzlich.

Und der Antrieb?

Technisch setzt der Eletre auf zwei Elektromotoren – jeweils einen pro Achse – sowie auf eine Lithium-Ionen-Batterie mit mehr als 100 kWh (einen exakten Wert nennt Lotus nicht).

Neben dem Allradantrieb liefern die beiden Motoren eine Leistung von umgerechnet 600 PS. Damit soll dieser SUV den Sprint von 0 auf 100 km/h in weniger als 3 s schaffen und bis zu 260 km/h erreichen.

Wichtig ist dabei der Hinweis von Lotus, die Leistung beginne „ab“ 600 PS. Entsprechend sind in Zukunft noch stärkere Varianten zu erwarten.

Auch fahrdynamisch will der Eletre überzeugen: mit Allradlenkung, Stabilisatoren mit variabler Steifigkeit sowie Luftfederung inklusive aktiver Dämpfer. Optional sind zudem Carbon-Keramik-Bremsen mit 10-Kolben-Sätteln erhältlich.

Und die Reichweite?

Bei der Reichweite nennt Lotus rund 600 km (WLTP). Zudem setzt der Lotus Eletre auf eine 800-Volt-Architektur, wie sie zum Beispiel auch beim Porsche Taycan zum Einsatz kommt.

Das ermöglicht DC-Schnellladen mit bis zu 350 kW. So sollen in nur 20 Minuten bis zu 400 km Reichweite nachgeladen werden können. An Wechselstrom ist Laden mit bis zu 22 kW möglich.

Wann kommt er?

Lotus bestätigt, dass der Verkauf des Eletre in den globalen Märkten bereits angelaufen ist. Die ersten Auslieferungen sind für 2023 vorgesehen – zunächst für den chinesischen Markt. Danach folgen das Vereinigte Königreich und der restliche europäische Markt.

Offen bleibt, ob Portugal zu den Ländern gehört, die dieses Modell erhalten. Für Europa sind außerdem noch keine Preise bekannt.


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