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Elektroautos in Schwellenländern: Nepal, Äthiopien, Laos, Vietnam und Türkei – Norwegen 94,5% und China mehr als 50%

Grünes Elektroauto vor Ladestation in modernem Showroom mit großer Fensterfront und Weltkarte an der Wand.

Während viele Europa, China oder die USA als Zugpferde der Elektromobilität nennen, findet ein besonders dynamischer Teil der Revolution in deutlich weniger naheliegenden Märkten statt. Von Nepal bis Äthiopien gibt es mehrere Länder, in denen Elektrofahrzeuge bereits einen erstaunlich hohen Anteil an den Verkäufen erreichen.

Norwegen und China: die bekannten Schwergewichte der Elektromobilität

Unangefochtener Spitzenreiter bei der Verbreitung von Elektroautos bleibt jedoch das gut bekannte Norwegen: Von Januar bis August 2025 entfielen 94,5% aller Neuzulassungen auf rein elektrische Fahrzeuge.

Ebenso wenig überraschend ist, dass China weiterhin zu den Ländern mit der höchsten Quote elektrifizierter Autos zählt (Elektroautos und Plug-in-Hybride) - mehr als 50%. Durch die geografische Nähe zu mehreren Entwicklungs- und Schwellenländern beschleunigt China den Wandel zudem auch jenseits der eigenen Grenzen.

Wenn Schwellenländer beim Elektroauto-Rennen führen

Nepal ist dafür eines der prägnantesten Beispiele. Das Land muss einen grossen Teil des benötigten Erdöls aus Indien importieren und hat in 100% elektrischen Fahrzeugen (aus China eingeführt) eine Möglichkeit gesehen, die eigene Verwundbarkeit bei der Energieversorgung zu senken.

Richtig an Schwung gewann die Entwicklung in Nepal, nachdem Indien 2015 eine Blockade verhängt hatte, die Kraftstoffimporte stark erschwerte. Als Reaktion setzte das Land stärker auf den Ausbau der Wasserkraft - dank Flüssen und Gebirgen vor Ort reichlich vorhanden - und stellte gleichzeitig die Automobilpolitik um: höhere Steuern für Verbrenner und steuerliche Anreize für Elektrofahrzeuge.

Das Resultat: Im vergangenen Jahr waren 76% der in Nepal verkauften Pkw vollständig elektrisch. Noch bemerkenswerter wird diese Zahl, wenn man berücksichtigt, dass es dort vor nur fünf Jahren praktisch keinen Elektroauto-Markt gab (Quelle: The New York Times). Äthiopien und Laos kamen ihrerseits auf 40% beziehungsweise 30% Elektroanteil bei ihren Autoimporten (Quelle: Bloomberg).

Äthiopien ging sogar einen Schritt weiter: Das Land war 2023 das erste weltweit, das die Einfuhr von Verbrennerautos untersagte (Quelle: Energy for Growth Hub). Bis Juni dieses Jahres waren dort bereits rund 100.000 rein elektrische Fahrzeuge unterwegs (8,3% des Fahrzeugbestands); bis 2030 sollen es 500.000 werden. Damit liegt Äthiopien deutlich vor dem restlichen afrikanischen Kontinent.

Allerdings gibt es dabei einen wichtigen Vorbehalt: Nicht jedes Elektrofahrzeug, das in diese Länder gelangt, bleibt auch dort. Ein Teil kommt über parallele Handelswege ins Land und wird anschliessend in andere Märkte weiterexportiert.

Vietname und Türkei: Industriepolitik als Beschleuniger

In Vietnam wird der Wandel vor allem durch VinFast getragen, den heimischen Hersteller, der seit 2022 ausschliesslich Elektroautos baut. Im ersten Quartal dieses Jahres erreichte die Marke bereits ein Drittel der gesamten Verkäufe.

In der Türkei zeigt sich eine ähnliche Richtung: Dort liegt der Elektroanteil im bisherigen Jahresverlauf bei 17,2% - doppelt so hoch wie in Spanien - (Quelle: TurkStat).

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