Der Wert des Tages: Mit einem Absatzplus von 70 % im April zeigen sich die ersten vier Monate des Jahres 2026 für Elektroautos aussergewöhnlich – seit Jahresbeginn liegen sie mit 48 % im Plus. Der Krieg in Iran und der anschliessende Sprung bei den Kraftstoffpreisen haben den Wechsel hin zu 100 % elektrisch zusätzlich beschleunigt.
Die Meldung ist frisch – und sie hat es in sich. Kaum jemand unter den Analysten hätte erwartet, dass sich der Markt für Elektroautos 2026 derart entwickelt. Laut einem neuen Bericht, den die Plateforme automobile (PFA) – der Zusammenschluss der gesamten Automobilbranche – an diesem Freitag, dem 1. Mai, veröffentlicht hat, sind die Verkäufe von 100 % elektrischen Autos in Frankreich seit Jahresbeginn um 48 % gestiegen.
Die Zahlen laut PFA zu 100 % elektrischen Autos
In den ersten vier Monaten wurden im Hexagon 148 302 Elektroautos verkauft – und das, obwohl der Gesamtmarkt leicht schwächelt (minus 1,6 % im Vergleich zum ersten Quartal 2025). Allein im April fällt die Entwicklung besonders deutlich aus: Elektroautos legen gegenüber dem Vorjahr um 70 % zu, während der Markt insgesamt erneut nachgibt, diesmal um 0,26 %.
Jede dritte in Frankreich verkaufte Neuwagen ist elektrisch
Der Ausbruch des Kriegs in Iran und die dadurch ausgelöste Explosion der Kraftstoffpreise hat vielen Neuwagenkäufern ein klares Signal gesendet: In einer besonderen, sehr unsicheren Phase lohnt sich der Schritt zur Elektromobilität – auch wenn die Modelle im Angebot weiterhin eher teuer sind. Hersteller arbeiten daran, ihre Modellpaletten unter 30 000 Euro zu verfeinern, teils auch um den Preis, dass die Reichweiten recht begrenzt ausfallen.
Angesichts von Zapfsäulenpreisen, die viele als zu hoch empfinden, akzeptieren immer mehr Autofahrer diese Einschränkung und entscheiden sich für elektrisch. Nach dem aussergewöhnlichen April ist in Frankreich inzwischen jedes dritte verkaufte Auto elektrisch. Als weiterer Treiber gilt zudem die Rückkehr einer staatlichen Kaufhilfe, die als ausreichend attraktiv wahrgenommen wird – mit bis zu 6000 Euro Preisnachlass.
Fahren mit Strom ist 3-mal günstiger
Wie Clément Lefèvre, Sprecher von MG in Frankreich, gegenüber Franceinfo erläuterte, ist bei einem Benzinpreis von 2 Euro pro Liter das Fahren mit einem Elektroauto inzwischen drei Mal günstiger. Ein Verkaufsargument, das schwer zu entkräften ist – zusätzlich zu den oft niedrigeren Wartungskosten, weil kein Ölwechsel anfällt und weniger Teile verschleissen.
Selbst wenn die Benzinpreise wieder sinken, könnte die Episode rund um den Krieg in Iran im Gedächtnis bleiben und längerfristig etwas verändern: Verbraucher betrachten Öl zunehmend als Energiequelle, die extrem von geopolitischen Entwicklungen abhängt – während Strom in Frankreich erzeugt wird.
Europa: 19,4 % Marktanteil und Skoda als Überraschung
Was in Frankreich zu beobachten ist, spiegelt sich auch in Europa wider: Dort kommt 100 % elektrisch auf 19,4 % Marktanteil. Auf dem alten Kontinent sorgt vor allem Skoda für die grosse Überraschung und belegt im Ranking der grössten Autobauer Platz zwei – hinter Volkswagen. Vor allem die Elektro-Offensive und der Verkaufserfolg von Elroq und Enyaq haben der Marke Rückenwind gegeben, zusätzlich zu soliden Zulassungen im übrigen Modellprogramm.
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