Der Unimog gilt als eines der vielseitigsten und geländegängigsten Fahrzeuge, die man für Geld kaufen kann – ein deutsches „Schweizer Taschenmesser“. Seit der Übernahme durch Mercedes-Benz im Jahr 1950 wird das Konzept kontinuierlich weiterentwickelt.
Nachdem der Unimog bei den Stuttgartern längst Ikonenstatus erreicht hat, richtet Mercedes-Benz den Blick nach vorn: Aktuell laufen Erprobungen mit einem Wasserstoff-Verbrennungsmotor.
Das Ziel ist klar: Die Marke will prüfen, ob dieser Ansatz praxistauglich ist – und hofft, dass sich mit der Zeit ein Wasserstoff-Unimog realisieren lässt, der die Fähigkeiten eines heutigen Unimog mit Dieselmotor erreicht.
Tests haben bereits begonnen
Als Testträger nutzt Mercedes-Benz derzeit einen Unimog U 430. In der Diesel-Auslegung arbeitet darin ein stattlicher Reihensechszylinder mit 7,7 Litern Hubraum, der 299 PS leistet und ein maximales Drehmoment von 1200 Nm bereitstellt.
Im Wasserstoffbetrieb fallen die Werte etwas weniger eindrucksvoll aus: 290 PS und 1000 Nm Drehmoment. Dafür soll es nach Angaben des Herstellers beim Geräuschkomfort spürbare Vorteile geben.
„Der Motor liefert rund 290 PS und 1000 Nm und ist spürbar leiser als sein Diesel-Pendant“, heißt es in einer Mitteilung von Mercedes-Benz Special Trucks.
14 kg Speicherkapazität
Das System basiert auf vier Tanks, die zusammen rund 14 kg Wasserstoff speichern können – bei einem Druck von 700 bar. Die Behälter sind jeweils paarweise zusammengefasst („zwei und zwei“), wobei jeder Tank über eine Steuereinheit unabhängig betrieben werden kann.
Bei der Verbrennung von Wasserstoff entstehen keine CO2-Emissionen (Kohlendioxid). Allerdings fallen NOx-Emissionen (Stickoxide) an, die gesundheitsschädlich sind und unter anderem mit Atemwegsproblemen in Verbindung stehen. Diese Emissionen lassen sich mit vorhandener Technik begrenzen, etwa mit SCR-Systemen beziehungsweise Katalysatoren zur selektiven Reduktion, wie sie bereits aus Dieselmotoren bekannt sind.
Genau deshalb wird dieser Lösungsweg vor allem bei Nutz- und Güterfahrzeugen gesehen, die ausserhalb von Stadtzentren eingesetzt werden.
Was kommt als Nächstes?
Mercedes-Benz zählt zu den Unternehmen, die Studien und Tests rund um Wasserstoff vorantreiben – neben Toyota, Stellantis und Renault.
Der Hersteller betrachtet Wasserstoff als „komplementäre“ Lösung und sieht Einsatzmöglichkeiten insbesondere in speziellen Anwendungsfällen, wie sie der Unimog typischerweise abdeckt.
Gleichzeitig gibt es derzeit noch Einschränkungen. Als nächster Schritt soll die Wasserstoffspeicherkapazität an Bord steigen, damit der Unimog einen kompletten Arbeitstag absolvieren kann, ohne zum Nachfüllen anhalten zu müssen.
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