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Der neue BMW X1: Was steckt dahinter?

Schwarzer BMW SUV fährt auf einer Schotterstraße mit Bergen und Nadelbäumen im Hintergrund.

Ein neuer X1 – warum soll das besonders sein?

Der BMW X1 ist komplett neu aufgesetzt und markiert für BMW einen anderen technischen Ansatz. Die erste Generation war im Kern ein heckgetriebenes Auto mit längs eingebautem Motor und optionalem Allradantrieb. Das aktuelle Modell nutzt einen quer eingebauten Motor; die Versionen ohne Allrad werden über die Vorderräder angetrieben – also genauso, wie es bei den meisten kompakten Crossover üblich ist.

Als Basis dient die Architektur des 2er Active Tourer sowie des neuen Mini Clubman. Gegenüber beiden steht der X1 jedoch höher auf den Rädern: Die Bodenfreiheit fällt grösser aus, wozu unter anderem grössere Felgen und höhere Reifen beitragen. Ein Gelände-Spezialist zum Felsenknacken ist er damit nicht, aber für das, was die meisten Käufer wirklich benötigen, reicht das locker.

Technikwechsel beim BMW X1: Querbauweise statt Längsmotor

Und was bedeutet das fürs Design – wirkt das nicht schnell gedrungen, wenn der Motor quer sitzt?

Hier erstaunlicherweise nicht. Der Wechsel von Heck-Layout zu Front-Layout hat dem Auto optisch gutgetan. Der vorige X1 wirkte wie ein hochgelegter Kombi, dazu etwas unbeholfen und knochig in den Proportionen. Der neue steht mit höherem Dach da, und die Flanken sind tiefer sowie insgesamt kräftiger gezeichnet.

Also ein klassischer Crossover-SUV – die Broschüre ist bestimmt voller Mountainbiker?

Klar: Mountainbiker, dazu Windsurfer, Kletterer, Hängegleiter – und sogar Basejumper.

Platzangebot und Alltagstauglichkeit

Und nicht Leute, die morgens die Kinder zur Schule bringen und danach Küchenrollen aus dem Supermarkt in den Kofferraum laden …

Genau die. Nur: Dafür taugt er eben auch. Und nicht nur für kurze Familienfahrten. Der X1 eignet sich ebenso für lange Strecken mit Gepäck. Durch den Wechsel auf den Quermotor ist im Innenraum deutlich mehr Platz entstanden. Selbst gross gewachsene Teenager sollten hinten ordentlich sitzen können, und dahinter wartet ein grosser, tiefer Kofferraum mit doppeltem Ladeboden.

Das klingt stark nach einem 2er Active Tourer …

Stimmt, denn der neue X1 ist im Grunde ein 2AT für Menschen, die mit dem Gedanken an einen Van nichts anfangen können. Das Packaging ist sehr ähnlich – tatsächlich fällt der Kofferraum des X1 minimal grösser aus, weil sein Hecküberhang länger ist. Beide Modelle lassen sich mit geteilt verschiebbarer Rückbank konfigurieren. Und wenn man Motor, Getriebe und Anzahl angetriebener Räder identisch wählt, bringt der X1 nur rund 30kg mehr auf die Waage als der 2AT.

Antrieb, Fahrverhalten und Komfort

Wie fährt er sich?

Der von TopGear getestete Wagen war ein 25d xDrive. Inzwischen greifen alle X1 auf Motoren aus BMWs komplett neuer Motorenfamilie zurück, und dieser starke Diesel klingt dabei deutlich weniger rau als sein Vorgänger. Für einen Diesel ist aussergewöhnlich, dass er einen Aluminiumblock nutzt: Das spart Gewicht, lässt aber tendenziell mehr Geräusche nach aussen dringen. BMW kontert das mit einer Ausgleichswelle.

Mit 231bhp bewegt der Motor 1575kg mit spürbar kräftigem Nachdruck – konkret: 0-62 in 6.6 sec. Dazu kommt eine Achtgang-Automatik, die im Normalbetrieb weich und sauber schaltet. Greift man jedoch über die Schaltwippen ein, quittiert sie das mit einem kleinen, aber merklichen Ruck, als wolle sie demonstrieren, dass sie es besser weiss. (Tut sie nicht. Nicht immer. Keine Automatik tut das.)

Und das Handling?

In dieser Allrad-Version wirkt das Paket ordentlich sortiert. Die Lenkung des X1 ist präzise und ausreichend direkt, und das Fahrwerk folgt dem, solange man nichts Absurdes verlangt. Das Gesamtgefühl bleibt progressiv und gut ausbalanciert. Die Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse wird je nach Situation elektronisch angepasst – so unauffällig, dass man den Eingriff praktisch nie bemerkt. Übertreibt man das Tempo, wird die Federung schwammig, und die Reifen „schreien“ nach Erbarmen. Adaptive Dämpfer sind optional erhältlich; unser Testwagen hatte sie nicht und liess sie auch nicht wirklich vermissen.

Der alte X1 war doch eigentlich auch ordentlich zu fahren – sein Problem war eher der Komfort. Hat sich da etwas getan?

Deutlich. Insgesamt geht es jetzt wesentlich gelassener zu. Er ist nicht im Sinne eines Sofas weich – und solche Autos machen Kindern manchmal ohnehin schlecht. Der neue X1 wirkt kontrolliert, ohne dabei hart zu sein. Auch die Windgeräusche sind spürbar niedriger. Zusammengenommen mit dem leiseren Motor und dem zusätzlichen Raumangebot ergibt das einen sehr überzeugenden Allrounder.

Preis und Positionierung

Und preislich – ist das ein gutes Angebot?

Der X1 lässt sich fair als „Premium“ einordnen: klar oberhalb eines Ford Kuga. Schaut man allerdings auf Modelle wie Evoque oder Discovery Sport, sind diese langsamer und verbrauchen mehr – der 25d xDrive liegt bei 132g/km bei rechnerischen 56mpg...

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