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2015 Dodge Challenger SRT Hellcat mit 707bhp: Kurzcheck

Schwarzer Dodge Challenger SRT driftet auf Rennstrecke, Reifen rauchen, Brücke und Werbetafeln im Hintergrund.

Überblick: 2015 Dodge Challenger SRT Hellcat mit 707bhp

Was ist das?

Hier steht der neue 2015 Dodge Challenger SRT Hellcat – und das komplette Feuerwerk kommt vom neu entwickelten, kompressoraufgeladenen 707bhp-V8. Damit ist es nicht nur der stärkste Challenger, den Dodge je gebaut hat, sondern zugleich das leistungsstärkste Muskelauto, das man kaufen kann: Der 662bhp starke Shelby GT500 wird damit klar überboten. Dazu kommt ein in den USA ziemlich unschlagbares Leistungsversprechen fürs Geld – rechnerisch etwa 85 US-Dollar je PS. Zur Einordnung: In der Rangliste der stärksten Serienfahrzeuge weltweit liegt dieser Hellcat knapp über dem Lamborghini Aventador und knapp unter dem Ferrari F12.

Technik und Modellpalette: Hellcat, SRT 392 HEMI Scat Pack Shaker & Co.

Was ist ausser dem Motor neu?

Mehr, als man auf den ersten Blick vermutet. Das Exterieur wurde gestrafft und so angepasst, dass es dem Original von 1971 wieder näherkommt. Auch der Innenraum greift viele Merkmale des Siebzigerjahre-Vorbilds auf. Dazu gibt es nun eine Achtgang-Automatik anstelle des bisherigen Sechsgang-Getriebes, ausserdem überarbeitete Instrumente und modernisierte Elektronik über die gesamte Baureihe hinweg – inklusive aktueller Assistenzsysteme zur Unfallvermeidung. Neu sind ausserdem eine überarbeitete elektrische Servolenkung mit drei Fahrmodi sowie zahlreiche Detailverbesserungen wie eine aktive Abgasanlage.

Also eher eine Modellpflege als ein kompletter Neuentwurf?

Im Kern ja – allerdings eine ungewöhnlich gründliche. Die Verkaufszahlen des Challenger sind in den vergangenen fünf Jahren Jahr für Jahr gestiegen; eine radikale Kehrtwende hätte deshalb wenig Sinn ergeben. Trotzdem wurde spürbar nachgelegt, besonders bei den stärkeren Varianten. Inzwischen gibt es acht Ausstattungsstufen: vom SXT mit 305bhp und V6 bis hin zum kompromisslosen Hellcat.

Woran erkenne ich den Hellcat?

Er trägt inzwischen praktisch nur noch die SRT-Kennung; der Motorname selbst taucht am Auto nirgends auf – was wie eine verschenkte Gelegenheit wirkt. Äusserlich verraten ihn vor allem der Lufteinlass dort, wo sonst links der Fahrer-Scheinwerfer sitzen würde, das Kompressor-Emblem am Kotflügel – und natürlich die Fähigkeit, bei Bedarf in einem Augenblick im eigenen Inferno zu verschwinden. Wichtig: In der Palette gibt es jetzt zwei SRT-Modelle. Unterhalb des Hellcat positioniert Dodge den SRT 392 HEMI Scat Pack Shaker.

Den was?

Der Scat Pack (bitte jetzt keine Witze) steht für ein Paket an Performance-Zutaten: je nach Ausgangsversion bis zu 113bhp und 65lb-ft mehr (rund 88 Nm), dazu eine aktive Abgasanlage, ein aufgerüstetes Fahrwerk, stärkere Bremsen und eine lange Liste weiterer Detail-Updates. Kurz gesagt: Wenn man ihn bekommen kann, will man ihn. Der Zusatz „Shaker“ meint den Luftfilter, der aus der Motorhaube ragt. Das verbessert die Luftversorgung, ermöglicht mehr Leistung – also: ebenfalls wünschenswert. Preislich liegen diese Versionen deutlich unter den Hellcat-Modellen und sind gleichzeitig nicht dramatisch langsamer.

Macht ein 707bhp-Challenger den 640bhp-Viper nicht überflüssig?

Eigentlich nicht. Der Challenger ist ein vollwertiger Viersitzer, während der Viper als eng geschnittenes Zweisitzer-Coupé auftritt – und den Hellcat weiterhin zerlegt, sogar bei reiner Geradeausbeschleunigung. Es sind schlicht zwei unterschiedliche Konzepte für unterschiedliche Einsatzzwecke.

Okay, das ist die offizielle Sicht – wie sieht es in Wirklichkeit aus?

Ganz von der Hand zu weisen ist der Punkt nicht. Aus dem Unternehmen war zu hören, dass der Viper grundsätzlich neu gedacht wird. Seit Fiat und Chrysler zusammengehören, werden Technologien konzernweit geteilt – erstmals auch Ferrari-Technik – und damit wäre sogar ein Hybrid-Viper denkbar. In so einem Szenario könnte der Hellcat-Motor mit einem Elektromotor kombiniert werden, was dem Dodge-Supersportler über 900bhp ermöglichen würde. Zusätzlich wird an möglichen Allradantrieben für das Modell geforscht; realistisch wäre so etwas allerdings frühestens in ein paar Jahren.

Fahrverhalten: Rennstrecke, Drag-Rennen und Alltag

Zurück zum 707bhp-Biest: Wie bringt es diese Leistung auf die Strasse?

Überraschend souverän – dafür, dass hier ein Auto mit über 2.000kg bewegt wird. Anders als der nervöse Shelby GT500 vermittelt er nicht ständig das Gefühl, einen ohne volle Konzentration von Strasse oder Rennstrecke zu werfen. Seine Haltung lässt sich komplett – und ziemlich komisch – über das Gaspedal mitformen, fast so stark wie über das Lenkrad. Dennoch bleibt er stets neutral und wirkt, als arbeite er mit dir statt gegen dich; genau das macht es leicht, die gebotene Leistung wirklich auszukosten. Selbst bei harten Bremsmanövern oder hohem Kurventempo bleibt er bemerkenswert gefasst, sodass man den rechten Fuss einsetzen kann, ohne sofort Ärger zu provozieren. Optisch erinnert er an das 71er-Vorbild, fahrdynamisch fühlt er sich an, wie ein modernes Muskelauto heute sein sollte.

Und auf der Beschleunigungsstrecke?

Ähnliches Bild. Mit einer simpel einzustellenden Launch-Control lassen sich die Hinterreifen nach Belieben einnebeln, und Viertelmeilen (402 m) unter 12 Sekunden sind drin – mit Drag-Radial-Reifen sogar unter 11 Sekunden. Draussen gibt es genügend Rauch und Theater, drinnen liefern Anzeigen, Zeiten und Grafiken das passende Begleitprogramm, damit man exakt sieht, wie gut es gerade läuft.

Wie schlägt er sich im Alltag auf der Strasse?

Auf öffentlichen Strassen bleibt die Karosserie erfreulich frei von Schwammigkeit, während der Innenraum gleichzeitig spürbar leiser und luxuriöser wirkt. Bei normalem Tempo fährt er komfortabel und macht Laune; besonders hervor stechen die (nur beim Hellcat hydraulische) Lenkung und die Achtgang-Automatik – erstmals wird hier die hochdrehmomentfeste Variante des TorqueFlite-Getriebes eingesetzt. Wer klassisch unterwegs sein will, kann ausserdem ein Sechsgang-Schaltgetriebe wählen, das aus dem Viper stammt. Unterm Strich: gross, bequem, rau genug für Spass, zivilisiert genug für jeden Tag, mit starkem Sound und der passenden Optik.

Also: kaufen oder nicht?

Es wird nicht mehr allzu lange dauern, bis man V8-Motoren nicht mehr so fahren kann wie heute – erst recht nicht solche wie im Hellcat. Wer die Chance will, einen der besten zu erleben, sollte sie nicht verstreichen lassen: ab zum Händler – und zwar lieber rennend als gehend.

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