Auch wenn sie nicht in Europa angeboten wird, kommt man an der neuen Ram 1500 SRT TRX kaum vorbei. Mit dieser neuen Ram-Pickup feiert das Kürzel SRT sein Comeback – und es ist zugleich das erste Modell dieser Bauart, das es seit der Ram SRT-10 aus dem Jahr 2006 wieder trägt, also jener Version mit dem legendären 8,3-Liter-V10 aus dem Viper.
Selbst dieser damalige „Koloss“ wirkt daneben fast harmlos: Die Ram 1500 SRT TRX ist nun die stärkste in Serie gebaute Pickup mit Verbrennungsmotor weltweit – über ihr stehen lediglich drei elektrische Pickups.
Die Eckdaten: 788 PS (777 hp) und 921 Nm Drehmoment (680 lb-ft). Im direkten Vergleich werden die Zahlen noch deutlicher: Das sind 77 PS mehr als bei der 1500 TRX Final Edition 2024 (711 PS) und 48 PS (730 PS) mehr als bei der Ford F-150 Raptor R.
Hellcat ist zurück
Weil es sich hier um eine kompromisslos amerikanische Performance-Interpretation handelt, ist die Zylinderzahl selbstverständlich zweistellig – zumindest in der Summe der Zylinderbänke: Ein V8 muss es sein. Unter der Haube arbeitet der bekannte 6,2-Liter-Hellcat-V8, der unter anderem an der Ansaugung überarbeitet wurde und mit einem riesigen 2,4-Liter-Kompressor ausgerüstet ist. Die über 900 Nm werden über ein Achtgang-Automatikgetriebe an alle vier Räder weitergereicht.
Das Ergebnis ist für einen Brocken, dessen Gewicht auf rund 3000 kg geschätzt wird, erstaunlich: 3,5 s bis 60 mph (96 km/h) – eine volle Sekunde schneller als das Vorgängermodell. Bei 190 km/h ist allerdings Schluss, die Höchstgeschwindigkeit ist elektronisch begrenzt.
Das wirkt auf dem Papier wenig, ergibt aber Sinn: Die Ram 1500 SRT TRX ist nicht für den Asphalt gebaut, sondern für Schotter, Sand und Schlamm. Entsprechend fehlen auch spezielle Fahrprogramme nicht – darunter “Mud” (Schlamm) und “Baja”.
Imposante Optik
Optisch tritt die US-Pickup maximal angriffslustig auf: Im Vergleich zu anderen Ram-1500-Versionen ist sie 203 mm breiter – dank Kotflügelverbreiterungen aus Verbundwerkstoffen. Dazu kommen üppige 35″-All-Terrain-Reifen auf 18″-Felgen sowie 300 mm Bodenfreiheit. Überall verteilt finden sich “SRT” (Street and Racing Technology)-Embleme, damit niemand vergisst, dass die Performance-Abteilung wieder mitmischt.
Am Heck fallen zwei riesige Auspuffendrohre mit 127-mm-Endstücken auf, kombiniert mit einem Stahl-Stossfänger, abgedunkelten Leuchteneinheiten und Abschlepphaken in Flame Red (Rot).
Wer noch eine Schippe „Extravaganz“ möchte, kann optional TRX-Grafiken auf Motorhaube und Flanken wählen. Ebenfalls erhältlich sind seitliche Schutzleisten und Trittbretter aus Aluminium – geliefert von Mopar, der Stellantis-Marke für Teile, Zubehör und After-Sales-Service.
Sportliches Interieur
Im Innenraum sind die Verwandtschaftsmerkmale zu jeder anderen Ram 1500 am deutlichsten erkennbar. Dennoch ist die sportliche Note präsent – vor allem bei den Sitzen: Neben roten Akzenten bieten sie 12-fach elektrische Verstellung, Heizung, Belüftung und eine Massagefunktion.
Technologisch prägen zwei Displays das Armaturenbrett: ein 14,5″-Bildschirm fürs Infotainment und ein 12,3″-Display für die Instrumente. Ergänzt wird das Ganze durch ein 10″-Head-up-Display, eine Wireless-Ladestation und ein Harman-Kardon-Soundsystem mit 19 Lautsprechern.
Erhältlich… in den USA
Wie eingangs erwähnt, wird diese High-Performance-Pickup ausschliesslich in den Vereinigten Staaten von Amerika angeboten. Die ersten Auslieferungen der Ram 1500 SRT TRX sind für die zweite Hälfte 2026 geplant. Die Preise starten bei 99 995 Dollar, was zum aktuellen Wechselkurs etwa 85 100 Euro entspricht.
Man kann davon ausgehen, dass bei einem Verkauf in Portugal die dortige Besteuerung den Kauf einer Pickup mit diesen Eigenschaften in eine ähnliche Region wie bei einem Supersportwagen drücken würde: Wegen der hohen Abgaben auf den grossen Motor und die CO2-Emissionen würde sich der Preis mehr als verdoppeln.
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