Ach, das ist also der Citroën, den dir dein Citroën-Händler hinstellt, während dein DS5 nach einem Crash wieder geradegebogen wird? Ein Unhöflichkeits-Ersatzwagen.
Hör auf damit. Der neue, taschengrosse C1 wirkt längst nicht mehr so konsequent nach Billigregal wie sein Vorgänger.
Markt und Konkurrenz im Kleinstwagensegment
Auch besser so – bei den Winzlingen hat sich einiges getan.
Und wie. Als der erste C1 vor neun Jahren auf den Markt kam (zusammen mit seinen Fast-Zwillingen Toyota Aygo und Peugeot 107), war die Konkurrenz eher schwach aufgestellt: im Wesentlichen der Panda der letzten Generation und ein paar ziemlich wackelige Koreaner. Einen Twingo konntest du damals in Grossbritannien nicht kaufen, und VW hat sich mit dem Fox nicht gerade mit Ruhm bekleckert.
Und wie schlägt sich der neue C1 gegen einen besseren Panda, einen sehr guten i10 und einen brillanten Up?
Sagen wir’s so: Einen der neuen Citroën-Toyota-Peugeot-Drillinge wirst du dir wahrscheinlich wegen der Ausstattung oder des Preises hinstellen – oder schlicht, weil dir das Design gefällt.
Technik der Drillinge: Citroën C1, Peugeot und Toyota
Drillinge? Wie ähnlich sind Citroën, Peugeot und Toyota wirklich?
Beim Fahren fühlen sie sich deckungsgleich an. Mechanisch gibt es keinerlei Unterschiede – bis auf eine Sache. Alle drei sind mit einer verbesserten Version des ursprünglichen Toyota-1.0-litre-Dreizylinder-Benziners zu haben, mit 69bh. Bei den französischen Modellen kannst du darüber hinaus aber auch einen kräftigeren französischen Motor wählen: den PSA-1.2-litre-Dreizylinder mit 82bhp samt passendem Getriebe.
Lohnt sich das Upgrade?
Der Leistungszuwachs ist spürbar und nützlich, aber kein kompletter Charakterwechsel – und dennoch bleibt er mit seinen Emissionen locker im Limbo unter 100g/km. Du brauchst nicht mehr Gefälle in Alpen-Qualität und einen schriftlichen Antrag, um auf der Autobahn kurz auf die linke Spur zu wechseln. Der Basismotor dagegen wirkt am Berg schnell angestrengt. Die Schaltung am PSA-Getriebe geht ordentlich von der Hand, und die Übersetzungen sind stimmiger als die lähmend langen Gänge der vorherigen Generation. Ja, es sind typische knatterige Dreizylinder – aber nichts, was Sorgen machen müsste.
Geräuschkomfort, Fahrwerk und Sicherheit
Klingt nach einem Schritt nach vorn. War der alte C1 nicht ziemlich ohrenbetäubend?
Und ob – mehr als nur ein bisschen. Der Neue dröhnt weniger vom Motor her und rollt insgesamt leiser ab. Unser Testwagen war allerdings die Airscape-Version: mit Stoffdach, das elektrisch zurückrollt und so ein halbwegs überzeugendes Offenfahren ermöglicht. Dumm nur, dass das Offenfahr-Gefühl auch bei geschlossenem Dach bleibt – der Windlärm ist dann nämlich gewaltig.
Hat sich darüber hinaus viel geändert?
Fahrdynamisch wirkt die Lenkung genauer und stellt sich sauberer selbst zurück. Mit 870kg ist der C1 ein Leichtgewicht und fährt sich herrlich flink (auch wenn er am Ende doch zum Untersteuern neigt). Die Abstimmung der Lenkung hilft ihm ausserdem, auf geraden Strassen ordentlich Spur zu halten. Der Komfort ist inzwischen passabel: eher geschmeidig, wenn auch nie komplett gelassen. Eine weitere wichtige Änderung unter dem Blech betrifft den Seitenaufprallschutz – besser als zuvor. Vier Euro-NCAP-Sterne, so hoffen sie.
Design und Innenraum: mehr Charakter, aber klare Grenzen
Alles klar, das war die Technik. Und optisch?
Hier gehen die drei viel stärker auseinander als früher. Grob gesagt: Der Toyota gibt jetzt den Manga-Auftritt, der Peugeot zielt (mit eher mittelmässigem Erfolg) auf eine zurückhaltendere Art von Eleganz, und der Citroën ist der Kuschelige. Schau dir diese grossen, runden, bittenden Augen an – samt eigenartig leuchtender „Augenbrauen“. Dazu kommen diverse Streifen- und Aufkleberpakete. Die Spanne reicht von fragwürdig bis einfach nur daneben.
Und innen drin? Vermutlich kein Bentley-Niveau bei den Materialien?
Nein: günstiger Kunststoff, aber freundlich gestaltet und erstaunlich exakt zusammengefügt.* Beim Citroën kannst du das Armaturenbrett ausserdem mit Zierteilen aufhübschen. In den meisten Versionen werden die Instrumente durch einen Farbbildschirm ergänzt, der sich mit der Google-Maps-App deines Smartphones verbinden soll. Ausserdem zeigt er Kontakte und Musik vom Handy an. Es funktioniert so halbwegs – beim Testwagen wirkte die Software noch etwas wie eine frühe Vorabversion, und es gibt keine vernünftige Halterung, die das Telefon festklemmt. In flott gefahrenen Kurven zieht es sich dann gern sein eigenes Kabel heraus. Und ohne 3G-Empfang stehst du ohnehin im digitalen Nirgendwo. Trotzdem: Das Ganze ist günstiger als die optionalen, fest angedockten Navis, die VW und Fiat anbieten.
Klingt bisher ordentlich. Warum sind Up, i10 und Panda (und i10) trotzdem besser?
Weil sie insgesamt noch kultivierter wirken und komfortabler federn. Ausserdem passen hinten tatsächlich Erwachsene rein. Im C1 (und den Drilling-Brüdern) ist es dort hinten dagegen absurd eng. Andererseits ist er extrem kurz – wenn du meist allein oder zu zweit unterwegs bist, profitierst du von lächerlich einfachem Einparken.
- Hinweis an die Anwälte von Airfix. Entschuldigung.
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