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Alfa MiTo Quadrifoglio Verde im Test

Silberner Alfa Romeo Kleinwagen auf kurviger Bergstraße mit Felswand im Hintergrund.

Zwei heisse Alfas in nur einer Woche?

Stimmt genau: Erst vor Kurzem hatten wir den grossen Bruder des MiTo, den Giulietta, im Test – jetzt ist das kleinere Modell an der Reihe. Und das Prinzip ist ähnlich wie beim Giulietta: Alfa hat den sportlichen MiTo mit dem Kleeblatt-Emblem wieder aufgelegt, nennt die Topversion diesmal aber Quadrifoglio Verde (auf Italienisch „grünes vierblättriges Kleeblatt“).

Alfa MiTo Quadrifoglio Verde: Preis und Optik-Paket

Los geht es bei 20.120 £, und dafür gibt es die typischen Zutaten, die man in dieser Klasse erwartet: ein unten abgeflachtes Lenkrad, markanter gezeichnete Stossfänger, einen Heckspoiler, das Quadrifoglio-Verde-Abzeichen an der Seite sowie straff gepolsterte, griffige Sitze.

Ist das also nur ein Styling-Programm? Ganz und gar nicht. Für die Italiener ist das QV-Emblem praktisch unantastbar – entsprechend wurden auch technische Anpassungen vorgenommen.

Motor, Drehmoment und Doppelkupplungsgetriebe

Unter der Haube arbeitet ein 1,4-Liter-Turbomotor. Er leistet 168 bhp und liefert 184 lb ft bereits bei 2.500 U/min. Das sind absolut solide Eckdaten und zeigen auch, wie Alfa das Auto positioniert: kein kompromissloser Krawallmacher, sondern eher ein „aufgewärmter“ Kleinwagen mit sportlichem Anspruch.

Dazu passt der Sprint: 0–100 km/h in 7,3 Sekunden – möglich gemacht durch das neue Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe. Damit ist der MiTo eine halbe Sekunde schneller als ein Mini Cooper S. Nur: Das bleibt fast schon der einzige Lichtblick, denn der Rest des Antriebs überzeugt nicht.

Alfa versucht zwar, dem Motor akustisch mehr Charakter zu geben – ein Kunstgriff, der beim Giulietta gelungen ist –, doch im MiTo wirkt das Triebwerk überraschend fad. Wer an ein eintöniges, etwas freudloses Vierzylinder-Brummen denkt, liegt nicht weit daneben. Mehr noch: Eigentlich ist es schlicht zu laut. Alfa hätte die Resonanzen stärker beruhigen müssen, denn so klingt Hochdrehen nicht spannend, und beim entspannten Dahingleiten stört die Geräuschkulisse.

Fahrwerk und Lenkung: verstellbare Dämpfer ohne Gewinn

Leider setzt sich die Enttäuschung beim Fahrwerk fort.

Alfa verbaut im MiTo verstellbare Dämpfer, um Komfort und Sportlichkeit unter einen Hut zu bringen. Genau das schaffen sie aber nicht: Egal, welche Art von Strecke man fährt, das Setup wirkt stets wie ein Kompromiss. Hinzu kommt eine gefühllose Lenkung mit merkwürdiger Gewichtung – sie baut ihre Kräfte nicht gleichmässig über den gesamten Lenkwinkel auf und fühlt sich in der Kurve dadurch inkonsistent an.

Pluspunkte?

Viel fällt uns nicht ein – abgesehen vom Doppelkupplungsgetriebe, das schnell und präzise arbeitet, wenn auch nicht besonders mitreissend.

Als der MiTo 2008 auf den Markt kam, war er eine durchaus reizvolle Alternative zu den üblichen Verdächtigen. Heute wirkt er jedoch überholt. Es fühlt sich an, als hätte Alfa ihn mit aller Macht ins Jahr 2014 ziehen wollen – nur eben ohne den nötigen Aufwand, eher mit etwas kosmetischer Aufwertung. Eigentlich bräuchte es eine grundlegende Erneuerung; dieses QV-Polieren reicht dafür nicht.

Der Giulietta QV ist die bessere Wahl. Wer wirklich einen heissen Alfa sucht, sollte eher zu diesem Modell greifen.

4/10

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