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Mazda 3 im Test: Alternative zu Golf, Focus und Astra?

Roter Mazda fährt auf einer Straße mit Bäumen und Gebäuden im Hintergrund bei Sonnenschein.

Also Mazdas Golf-/Focus-/Astra-Gegenentwurf?

Ja – Mazda hat seinen langjährigen Kompaktklassen-Allrounder als Schrägheck ersetzt und setzt darauf, dass das KODO-Design („Seele der Bewegung“) neue Kundinnen und Kunden anzieht. In einem Segment, das optisch oft erstaunlich austauschbar ist, fällt er damit klar auf. Gleichzeitig gilt: Wer einen Kompakten kauft, entscheidet häufig eher konservativ – weshalb Volkswagen mit dem Golf in der Regel kaum schnell genug liefern kann.

KODO-Design und Innenraum des Mazda 3

Keine Extraschichten im Mazda-Werk also?

In Europa dürfte er den etablierten Platzhirschen dieser Klasse vermutlich nicht ernsthaft Marktanteile abjagen – trotzdem ist das noch lange kein Grund, ihn zu ignorieren. Neben dem auffälligen Auftritt bietet er einen sauber gezeichneten Innenraum und je nach Ausführung Extras wie ein Head-up-Display. Dazu kommt die Konnektivität, die Käuferinnen und Käufer aktuell offenbar erwarten – inklusive Zugriff auf den Infotainment-Dienst Aha™.

Aha™? Noch nie gehört.

Versuchen Sie nur mal, das ohne Partridge-ähnlichen Akzent auszusprechen – uns wurde aber versichert, dass das cloudbasierte System 40.000 Radiosender bereitstellt. Wenn Sie also auf sehr spezielle Inhalte stehen, ist die Chance gut, dass Sie eines der drei passenden Programme finden – und auch tatsächlich hören können.

Motoren, Verbrauch und „Rightsizing“

Sonst noch etwas?

Mazda schwimmt bei den Motoren gegen den üblichen Downsizing-Trend und bietet den 3 mit 1,5- und 2,0-Liter-Benzinern sowie einem 2,2-Liter-Turbodiesel an. Der Hersteller argumentiert, „Rightsizing“ ermögliche im Alltag die bessere Effizienz. Allerdings gibt es in der Palette kein Modell mit unter 100 g/km CO₂ – wer also per Firmenwagenkalkulation einkauft, wird die Verkaufslisten weiterhin eher mit dem Golf füllen.

Fahreindruck, Platzangebot und Ausstattung

Blendet man das aus, wirkt der 3 ziemlich verlockend – nicht zuletzt, weil er sich angenehm fährt. In Kurven zeigt er eine Begeisterung, die ihn nahe an die Besten der Klasse heranbringt; die Lenkung arbeitet präzise und direkt. Das Fahrverhalten ist sicher, bleibt aber unterhaltsam, und der Federungskomfort passt.

Ein Teil des Spasses geht auf die Breite des 3 zurück: Sie steigert nicht nur das subjektive Sicherheitsgefühl, sondern sorgt auch für klassenführende Schulterfreiheit. Umso ärgerlicher, dass der restliche Innenraum stellenweise trotzdem etwas knapp wirkt – vor allem im Fond, wo gross gewachsene Mitfahrende wegen der begrenzten Kopffreiheit schnell an Grenzen stossen.

Prägender als die Motoren sind Fahrwerk und Abstimmung: Die Aggregate liefern durchweg ordentliche, aber keine herausragenden Fahrleistungen. Dafür laufen alle kultiviert, selbst der Diesel. Der grosse 148-bhp-Diesel (ca. 110 kW) kommt bei zurückhaltender Fahrweise offiziell auf 69 mpg (UK) – das entspricht rund 4,1 l/100 km. Wenn Sparsamkeit jedoch das Hauptziel ist, lohnt der Blick auf die „Fastback“-Variante statt des Schräghecks: Durch die strömungsgünstigere Form sind offiziell 72,4 mpg (UK) möglich, also etwa 3,9 l/100 km.

Bei der Ausstattung zeigt sich die Baureihe von der grosszügigen Seite. Schon die Einstiegsmodelle bringen Leichtmetallfelgen, manuelle Klimaanlage, Bluetooth-Verbindung, einen 7-Zoll-TFT-Farbbildschirm, USB- und iPod-Anschluss sowie die Einbindung von Internet-Apps mit.

Kaufentscheidung

Also: Kaufen oder nicht?

Er ist nicht so deutlich besser als alles andere, dass man sofort mit Anzahlung zum nächsten Mazda-Händler rennen müsste – aber ebenso wenig ist er derart langweilig durchschnittlich, dass man aktiv abraten sollte. Wenn Sie gedanklich ohnehin fest beim Golf oder Focus sind, wird der 3 daran wahrscheinlich nichts ändern. Wenn Sie mutig genug sind, einen Seat Leon ins Auge zu fassen, wenn Ihnen ein Toyota Auris oder Honda Civic zu bieder vorkommt oder wenn Sie „durchgeknallt“ genug sind, überhaupt etwas Französisches oder Italienisches anzuschauen – dann gehört der Mazda 3 auf Ihre Liste. Und zwar ziemlich weit nach oben.

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